Samstag, 29. April 2017

Ribeira de Aljezur

Gruß von der Algarve in Portugal, wo wir uns von den Kindern zwischendurch besuchen lassen und die Abkürzung zum wärmeren Wetter nehmen. 

Donnerstag, 27. April 2017

Die Orangen müssen geerntet werden

Zuckersüß und saftig warten die Orangen auf  den processo de destilação

Samstag, 22. April 2017

Mata Bicho Medronho





Deutsche Touristen unterstützen die portugiesische Lebensart

Montag, 17. April 2017

Donnerstag, 13. April 2017

Fata Morgana

PORTUGAL

* Ich war sogar dort, ich habe es selbst gesehen. Ein Zungenreden war das, ein politisches Pfingstfest! Die Welt rieb sich die Augen. Ein Traum, den damals viele hegten, schien plötzlich eingelöst, über Nacht, dort, wo man es zuallerletzt erwartet hatte. Das abgelegene, das zurückgebliebene Portugal leuchtete wie eine Fata Morgana, eine Insel der Zukunft. Es sah ganz so aus, als hätte sich der ewige Verlierer über Nacht an die Spitze gesetzt, und ein Strom von Zaungästen setzte ein, um dieses dialektische Wunder zu betrachten.

Ja, ich erinnere mich, es war ein anderes Lissabon. Mit einem Mal war das alles wie fortgeblasen: die alte stockfleckige Ergebenheit, das bescheidene, abgeschabte Duldertum, der klägliche Fatalismus. Auf dem Rossio herrschte ein Taumel bis in die späte Nacht, Verbrüderungen, Demonstrationen, Gerüchte, Streitgespräche - merkwürdig gewaltlos das Ganze, keine eiserne Faust zeigte sich, die Akten der Geheimpolizei wurden auf die Straße gekippt, die Fabriken in der Hand der Arbeiter, die Waffen blieben gesenkt; und was das Tollste war: die Mauern der Millionenstadt füllten sich über Nacht mit farbigen Zeichen und Bildern. Jeder malte und schrieb, was er wollte. Und es waren keine Schablonen, keine Klischees, was da stand. Nicht die stereotypen Lügen der Bürokraten bedeckten die Mauern, nicht die trostlosen Graffiti der analphabetischen Null-Stars von New York, denen immer nur eines einfällt: Ich Ich Ich; sondern gemalte Träume stiegen auf, Utopien, so hoch die Arme reichten, wucherten über die Fassaden: es war ein politischer Rausch, bunt, tropisch, psychedelisch, hemmungslos. Kein Monolog, sondern ein Stimmengewirr, eine rasante Vielfalt von Wünschen: die Kunst für alle, die Gerechtigkeit für alle, das Testbild einer besseren Welt, auf brüchigen Putz einer alten Stadt geworfen....

*Hans Magnus Enzensberger, ACH EUROPA, Suhrkamp